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Feiern wir ein Großer – Kindergeburtstag

Der Master-Ablauf

Bei ihrem ersten Geburtstag schlief Romy solange bis all ihre Gäste gegangen waren, beim zweiten überfraß sie sich maßlos an Erdbeeren und bei ihrem dritten sorgte allein eine gemietete Hüpfburg im Garten für Freude und jubelnde Kinder. Der eine setzte noch einen Haufen ins Planschbecken und der andere schiffte davor. Lustig und eklig zugleich, ursprünglich und herrlich anarchisch für alle anwesenden Eltern, aber es war Sommer, der Kuchen schmeckte, der Kaffee duftete herrlich und die Sonne strahlte. Alles gut.

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Mit vier Jahren dann die erste „Challenge“: Nach drei eher planlosen Wiegenfest-Lümmelrunden, die mehr oder weniger ein Treffen mit gemütlichen Sitzsack-Freunden waren, bei dem sich alles nur um Essen und Geschenke drehte, sollte es sich mit Vier zusätzlich um Spiele drehen. Um Unterhaltung. Romy wollte Gastgeber sein! Außerdem sollte ein Motto her. Eines, das zeigt wo der Hammer hängt. War schnell gefunden: Prinzessinnen. Mit Blick auf die Gästeliste und – nein, wir halten uns nicht an die faule „Ausrede-Regel“ geiziger Eltern „Anzahl der Lebensjahre = Anzahl der Gäste“ – musste nur Tom schwer schlucken. So war er eben der Prinz mit sechs Prinzessinnen um sich. Gibt schlimmeres. Die Einladungen zum Event fertigten wir zwei Wochen vorher an, ganz eifrige sind hier wohl schon vier Wochen am Basteln.

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Die Nervosität stieg. Nicht nur bei Romy aus Vorfreude, sondern auch bei uns, aus purer Angst und Panik, acht Kinder zu unterhalten. Was wenn sie meutern, sich verweigern, sich gegenseitig mit Plastikgabeln abschlachten, unseren Hund quälen oder meine Handysammlung klauen? Man weiß ja auch nie so genau, wen man sich da eigentlich ins Haus holt. ABER, wir waren gerüstet. Gut sogar. Grundsatz: Lieber mehr Programm auf den Unterarm tätowieren, als nachher alle vor „Ice Age“ setzen. Für dich habe ich jetzt hier kostenlos und ganz exklusiv den Master-Ablauf für Kindergeburtstage, die intern abgewickelt werden und noch nicht „outgesourced“ sind, zum Kopieren, Klauen, Variieren oder oder oder, der euch eine fast unmenschliche Gelassenheit und Souveränität verleiht, als würdet ihr solche Jubiläumsfeiern täglich, international, und auch für Minderheiten, auf einer Pobacke organisieren. Profi-Stoff also!

 Im Vorfeld

Der Kindergeburtstag wird per haptischer, Wochen vorher bereits in Teamwork mit Kind angefertigter Einladung angekündigt. Dieser sind Absender, Adressat, Motto, die Event-Adresse, die Startuhrzeit und am aller wichtigsten das Ende, nämlich die Abholzeit, zu entnehmen. Kindergeburtstage zwischen Eins und Sechs mit natürlichem Auslaufen der Veranstaltung sind in diesem Rahmen undenkbar. Das funktioniert nur ausschließlich familiär ausgerichtet. Die Verwandtschaft kann man notfalls auch alleine im Garten sitzen lassen und ins Bett gehen.

Universal-Regel für Kindergeburtstage aber auch Nachmittagsspielbesuch von fremden Kindern: Niemals all dein Pulver gleich am Anfang verschießen, sondern immer in „Intervallen“ arbeiten! Und ist die Talsohle erreicht, zaubere das Eis aus dem Ärmel.

Der Geburtstag

+ Am Geburtstag selbst werden drei Ballons aufgeblasen, an einem Band zusammengeknotet und vorne an den Eingang, Zaun oder ans Schlossportal gehängt. Damit weiß jeder „Aha, da startet die Fete“.

+Lass alle Kinder erst einmal eintrudeln und versehe jedes mit einer selbstgemachten Motto-Devotionalie, wie eine Krone bei „Prinzessinnen“, einer Augenklappe und einem Hut bei „Piraten“ oder ein Zauberstab bei „Elfen und Feen“. Schminken wird natürlich auch immer gern gesehen. Die Eltern schick sofort weg. Die haben bei einem vierten, fünften oder sechsten Geburtstag nichts zu suchen. Deswegen auch: Nichts anbieten! Und zisch beim Rauswurf schnell noch die Abholzeit als unausdehnbare Frist hinterher. Notfalls Satz nachschieben wie: „Sonst steht dein Kind unten an der Straße.“

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+Sind die Gäste angekommen, packen sie alle ihr Geschenke in einen Korb und setzen sich in einen Kreis. Nun wird Flaschendrehen gespielt. Das G-Kind darf drehen und derjenige, auf den die Flasche zeigt, fischt sein Geschenk aus dem Korb und überreicht es feierlich. Mit diesem Spiel lernen die Kleinen Respekt und Wertschätzung von Gast, Geschenk und Gastgeber gleichermaßen. Das ist aber ehrlich gesagt an solchen Tagen komplett sekundär, in erster Linie frisst es einen anständigen Happen Zeit.

+Alle Geschenke verteilt, muss die müde Truppe mit einer Runde Topfschlagen angeheizt werden. Danach werden Schokoladen- und Prinzessinnen-Muffins („Lillifee“) verteilt, es gibt Salzstangen, Apfelscheiben und Melone (Der Gute-Gewissen-Snack, der am Abend unberührt im Mülleimer oder in Tupper landet), dazu Saft und Wasser. Erst mal stärken. Vor dem Highlight….

+ …die Schatzsuche! Eine Schatzsuche sollte fünf oder sechs Aufgaben umfassen und keine 500 Meter an Strecke überschreiten. Sie muss hergeleitet werden können, fiktional eingeführt, damit sie über ein Anfang und ein Ende verfügt. Beispiel: „Ein Pirat (Name!) ist damals auf der Elbe gekentert, nachdem er hier bei… angeblich einen Schatz verbuddelt hat. Diese Karte habe ich damals von meinem Uropa geerbt und ich denke, heute ist es an der Zeit, dass wir den gemeinsam suchen, ja?“ Kinder reagieren auf dieses „ja“ am Ende von tollen Vorschlägen übrigens immer mit zustimmendem Brüllen. Alte Animateur-Schule!

Die Schatz-Karte muss „alt“ aussehen und darf so gut wie keine Informationen enthalten, sonst kommen dir die kleinen Spürnasen auf die Schliche. Natürlich prangt darauf ein großes Kreuz für den Fundort. Auf „alt“ frisierst du am besten, schneidest du die Karte unförmig aus, kokelst ihre Seiten an einer Kerze an und verschmierst sie mit Ruß.

Mögliche Aufgaben auf dem Weg zum Schatz:

+ eine Hexe (auf DIN-A2 gemaltes Bild) verscheuchen, die den Schatz bewacht. Zeichnung an Hauswand in der Nähe der Fundstelle kleben, jedem Kind zwei Wasserbomben (oder mehr) in die Hand drücken und los!

+ Immer gut: Nachbarn oder fremde Personen einbinden, damit die Kinder auch mutig sein müssen. Auf zum Nachbarn und dort so laut wie möglich mit Blockflöten, Geschrei und Trommeln „musizieren“ bis er die Tür öffnet. Sodann stellt er drei „magische“, allerdings einfache Fragen, wie „Wer wurde Fußball-Euro-Meister?“ oder „Welches Tier ist gestreift, kann piksen, kann fliegen und…sammelt Honig?“, etc. – Die Kinder antworten zusammen, der Nachbar verteilt daraufhin ein paar Süßigkeiten und gibt den nächsten Hinweis. Zusätzlich zeigen Kreidepfeile auf der Straße, wo es langgeht. Weitere Aufgaben:

+ „Goldmünzen“ in einem fremden Sandkasten sieben lassen

+ Den nächsten Tipp im Garten suchen

+ Alle Kinder sollen gemeinsam je nach Jahreszeit einen Blumenstrauß oder Herbstlaubstrauß zusammenstellen und ihn einer fremden Person schenken, etc.

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Irgendwann haben sie den Platz gefunden, an dem der Schatz verborgen ist. Hurra! Buddeln lassen und Kiste (Pappkarton in Tüte) öffnen: Darin sind keine Süßigkeiten sondern für jeden ein kleines Geschenk wie zum Beispiel eine Playmobil-Figur. Für alle aber bitte die gleichen. Nur geschlechtsspezifische Modifizierungen sind okay. Das war`s. Zurück nach Hause.

Generell ist es Kindern in dieser Altersspanne völlig egal, ob die „Schatzstory“ in irgendeiner Weise zusammenhängt und eine Dramaturgie verfolgt oder nicht. Sie erfüllen einfach nur die Aufgabe, die gerade gestellt wurde und grübeln nicht über das Davor und Danach. Mach dir also keinen Kopf darüber, ob die Geschichte passt. Sie passt! Es müssen auch alle Aufgaben nicht perfekt stehen oder durchorganisiert sein. Du kannst die Kinder einbinden und sie fragen, was sie meinen als nächstes tun zu müssen. Und das machst du dann mit ihnen. Eher die „Aus-der-Hüfte-Variante“.

+ Zuhause angekommen folgt erneut ein klassisches Kindergeburtstagsspiel (s.u.) wie Topf schlagen, während das Essen zubereitet wird, bzw. schon fast fertig ist, denn Ofen-Pommes lassen sich vor der Schatzsuche bereits aufs Blech schmeißen.

+ Abendessen: Bockwürstchen und Ofenpommes mit Ketchup.

+ 18.30 Uhr Abholzeit! Jeder bekommt ein Tütchen mit Tattoo, Aufkleber, Süßigkeiten, einem Stempel oder Pixi-Buch.

19 Uhr – Das Bier ist angenehm kaltund so rinnt es deine Kehle hinunter. Der Stress fällt ab. Ein Jahr Ruhe!

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Alternativspiele

+Was war noch mal Topfschlagen?

Unter einen Topf Süßigkeiten verstecken und diesen irgendwo im Raum positionieren. Einem Kind die Augen verbinden, einen Holzlöffel in die Hand drücken und nun darf es suchen. Die übrigen Kinder geben ihm Tipps, in dem sie „kalt“ rufen für völlig falsche Richtung oder „warm“ oder sogar „heiß“ für richtige Richtung und ganz nah dran.

 +Was war noch mal Sackhüpfen?

In einem Leinensack oder Müllbeutel um die Wette hüpfen. Wer ist als Erster im Ziel?

Ähnlich: Eierlauf. Ein Ei oder Holzei auf einen Esslöffel legen und damit einen Parcours hin und zurück laufen. Wer schafft es als erstes.

 +Was war noch mal Schokoladen-Wettessen?

Schokolade ist mehrfach in Zeitungspapier eingewickelt und darf nun von dem Kind mit Messer und Gabel gegessen werden, das eine Sechs gewürfelt hat. Allerdings nicht ohne Schal, Mütze und Handschuhe. Und bis erstmal die Schoki aus dem Zeitungspapier gepuhlt wurde, da ist schon wieder Abholzeit.

 +Was war noch mal „Blinde Kuh“?

Es gibt verschiedene Spielfassungen, wir präferieren diese: Kind bekommt die Augen verbunden und muss einen der Gäste per Fingertipp fangen. Dieser bleibt stehen und lässt sich von der blinden Kuh im Gesicht ertasten. Nun muss die blinde Kuh erraten, um wen es sich handelt. Liegt sie richtig, ist die gefangene Person jetzt die Kuh, liegt sie falsch, muss sie weiter suchen.

+ Was war noch mal „Reise nach Jerusalem“?

Es gibt einen Stuhl weniger als Gäste, die da sind. Nun laufen sie zur Musik um die Stühle. Stoppt die Musik, suchen sich alle schnell einen Platz. Einer wird leer ausgehen – er ist raus! Dann geht es weiter und wieder wird ein Stuhl weggenommen…und so weiter. Das Spiel würde ich nicht vor dem 5. Geburtstag, wenn nicht gar 6. Geburtstag spielen, da das Verlieren und Ausscheiden für das „platzlose“ Kind eine herbe Niederlage darstellt, mit der nicht jeder umgehen kann. Bei Romys vierten Geburtstags sorgte die „Reise nach Jerusalem“ für einen handfesten Eklat.

+ Was war noch mal „Zeitungstanz“?

Jedes Kind steht auf einer Zeitungsseite und tanzt nur dort zur Musik. Stoppt die Musik wird die Zeitung zur Hälfte gefalten und es geht weiter. Wer kann am längsten auf der sich immer weiter verkleinernden Zeitung tanzen?

 

Geburtstagsstress ohne mich!

Wer keinen Bock auf heiße Geburtstagsaction mit enormer Vorfreude und strapaziöser Aufregung hat und lieber als „lebendes Baldrian“ seinen Tag regelrecht meditativ verbringen möchte, der beugt vor und bestellt für den Geburtstag einen Alleinunterhalter ein, der lustig ist, Ballonfiguren bastelt, kleine Zaubertricks präsentiert und vermutlich komisch Grimassen schneiden kann.

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Ebenso denkbar: ein Ausflug in den Zoo oder ins Kindertheater, ins Tropen-Aquarium oder ins Kino. Für Letzteres sollten die Kinder aber dann schon älter sein und zur Schule gehen.

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Auch beliebt sind Geburtstagsfeiern in „Indoor-Spielplätzen“. Dort kann man Tische mieten, es wird für alle Schweinereien an Nahrung gesorgt, es gibt Saft und die Kinder können sich austoben. Das geht auch schon zum fünften Geburtstag. Nur empfiehlt es sich dann, ein oder zwei Elternteile zusätzlich mit in der Crew vor Ort zu haben, damit sie den Sack Flöhe beim Besteigen der unterschiedlichen Gerätschaften im Auge behalten. Ich finde ja diese Art der Geburtstage immer recht trostlos. Viel schöner und intim ist es doch zuhause. Aber das entscheiden ja im seltensten Fall die Eltern, sondern die ach so groß gewordenen Kinder.

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