Дървен материал от www.emsien3.com

Дървени греди за покрив

Die kleine Hygienekunde

Das Rotzfahnenmassaker

Befindet sich in deiner linken Hosentasche vielleicht gerade ein benutztes Papiertaschentuch, lieblos zusammengeknüllt, mit langgestreckten Fingern aus purer Verlegenheit tief in die Tasche geschoben, da weit und breit kein Mülleimer ausfindig zu machen war, als du ihn am meisten gebraucht hast – dann aber jetzt ab in den Müll damit! Das gilt für alle Rotzfahnen, die irgendwo in Autoseitenfächern lagern, in Jacken, die dich zuletzt bei Schnupfen wärmten oder in Umhängetaschen, die für unsere Kinder als mobile Mistkübel fungieren. Starte dein persönliches Rotzfahnenmassaker und verschone keine einzelne Zellstoffseele, denn der Rotz ist eine kleine Virenbombe, die da rumkreucht und in deiner Hosentasche eine Co-Existenz begründet. Tatsächlich kann sich ein Dritter über Schmierinfektion durch dein vollgesautes Taschentuch zumindest in einem bestimmten Zeitrahmen anstecken. Du selbst kannst es nicht, denn du bist ja schon voll mit den Viren. Putzt du deinem Kind die Nase, benutze das Taschentuch nur einmal und dann entsorge es, damit du dich selbst nicht auch noch ansteckst. Danach Hände waschen!

IMG_1954

 

Niesen und Husten für Einsteiger

Ein kräftiges „Hatschi“ ins anmutige Antlitz der Müsli malmenden Mama oder ein saftig grün schimmernder Hustenauswurf auf Papas Zwiebelmettbrötchen und auf das lauwarmen Frühstücksgezummsel auf Nullfett-Bio-Balance-Niveau erfolgt ein familiärer Massen-Exodus zum Hausarzt, flehend um gelbe Scheine und direkte Nothilfen, um Schlimmeres zu verhindern. Es ist bekanntermaßen kein Genuss, unfreiwillig Zielobjekt regelmäßiger Rotz-Querschläger und Schleimattacken zu sein, wissen wir jedoch auch alle gut genug, dass nur wir uns selbst davor schützen können. Die kleinen Schnupfenmonster müssen das Niesen nämlich erst noch lernen. Bis dahin fliegt dir die Schnodder wie ein Vogelschiss über Braue und Auge oder seilt sich von deiner Nasenspitze ab, weil das Lama leider etwas Zeit verzögert die Hand vor den Mund hält und somit dem Glibber Tür und Tor öffnet.

Beim nächsten Eiterschleimgubbel im Gesicht musst du handeln!

Erstes Gebot: Alles was sich als Niesen, Husten oder Schnupfen ankündigt immer in einem „gewissen“ Abstand zu anderen Personen in Kombination mit einer eleganten Drehung vom Opfer weg erledigen. Zweites Gebot: Huster und Nieser werden gen Armbeuge gerichtet und nicht wie in den 80ern gepredigt in die Hand, die anschließend im ungewaschenen Fall den Viren Asyl bietet. Alternativ gerne in ein Papier-Taschentuch niesen, in das natürlich auch geschnäuzt wird. Nach der Einmalnutzung ab damit in den Müll.

 „Hände waschen“ und „Hände waschen wie ein Arzt“

Vielleicht mag ich paranoid sein, aber ich gehe zum Beispiel an eindeutig erkältete Menschen vorbei, ohne einzuatmen. Ich setze mich auch in der (S-)Bahn um, röchelt einer neben mir, als sei dessen finale Lebensphase angebrochen. Und muss es nicht sein, meide ich die intime Umarmung und zärtliche Berührung offenkundig  „verseuchter“ Türklinken, vornehmlich öffentlicher Bedürfnisanstalten.

Ob du es wahrhaben willst oder nicht oder du glaubst, es handele sich um reine Hysterie – Viren lauern überall: Sowohl im Umfeld der beschriebenen Kranken als auch an täglichen Gebrauchsgegenständen wie auf deinem Smartphone (die Touch-Flächen sind wahre Keimherde), auf Türklinken oder auf Spielzeug. Sie sind frei Haus per Handschlag oder per Anhalter per Bus oder Bahn erhältlich und sie reisen gerne mit und hauen dich anschließend um. Junge Viren zum Mitreisen gesucht!

Ihnen komplett auszuweichen ist in der Tat unmöglich, es sei denn du ziehst das Dasein Sigourney Weavers in „Copykill“ vor, in dem sie eine als Profiler tätige Psychologin spielt, die sich aufgrund einer Agoraphobie (Angst vor bestimmten Orten, die aus diesem Grund gemieden werden) nicht mehr aus ihrem Haus traut. Kann man machen. Mit Kindern aber ungünstig.

Mit einer herrlichen Rutsche an Impfstoffen können wir schon mal einen Großteil der Epidemie ähnlichen Erkrankungen im Keim ersticken, aber natürlich nicht die Evergreens unter den Viren, wie zum Beispiel Erkältungs-, Magen-Darm- oder die richtig bösen Grippeviren, wie sie in den letzten Jahren hin- und hermutierten und immer unberechenbarer und lebensgefährlicher wurden.

Eine sehr einfache und effiziente Maßnahme, um den Blödmannsbazillen einen absolut menschlichen Denkzettel zu verpassen ist deshalb das gute, alte „Old-School“-Händewaschen.

DSC_0054

Da Romy nicht zu den Kindern gehört, die gerne freiwillig der Reinigung ihrer Hände nachkommen, sondern durchaus auch nach Klo-Geschäften, Sandkastenaufenthalten und Ponyreiten beherzt und voller Genuss ihre Finger abschleckt, weil sich beispielsweise schmelzende Eiscreme ihren Weg bahnt, gab ich dem Hände waschen gezwungenermaßen einen interessanteren Anstrich und damit eine neue Qualität. Aus „Hände waschen“ wurde: „Hände waschen wie ein Arzt“!

Bei der Kleinen hat das sehr gut funktioniert, denn gemeinsam haben wir uns dann den halben Unterarm geschrubbt und poliert, während ich ihr erzählte, wie intensiv das Ärzte tun müssen, vor und nach OP`s oder wenn sie in der Praxis ihre Patienten behandeln. Auch Tierärzte natürlich. So abstrakt die Erreger-Thematik für sie klingt, ich habe ihr das unablässig rauf und runter gepredigt, von den möglichen Ansteckungen berichtet und den schlimmen Folgen. Das Thema zog. Seitdem differenzieren wir zwischen der normalen Fassung, womit das kurze und schmerzlose Händewaschen nach Romys Art gemeint ist und der Variante mit dem Anhängsel „wie ein Arzt“.

Dein kleiner Sidekick sollte sich die Flossen vor dem Essen, nach dem „Little“ und dem „Big Business“ auf dem Pott, nach dem nach Hause kommen, dem Nase putzen und dem Streicheln eines Tieres säubern.

Je öfter ihr es anfangs übt, desto selbstverständlicher wird dieses Reinigungsritual im Alltag. Im detaillierten Ablauf heißt das: Dein kleiner Waschbär muss erst die Ärmel hochkrempeln, bevor Wasser auf seine Hände träufelt. Danach kräftig einseifen, erst die Handinnenfläche, dann Außen, dann die Fingerspitzen und dann auch zwischen den Fingern. Nach etwa 30 Sekunden den Bakterienbrei gründlich abspülen und Hände abtrocknen. Fertig. Für die „Wie ein Arzt“-Version wird die Reinigungstour schlicht verlängert und intensiviert und wie beschrieben die Handgelenke und Unterarm-Bereiche involviert.

 Porentief rein

Am Ende eines anstrengenden Entdeckungstages, an dem Erkenntnisse gesammelt wurden wie zum Beispiel, dass Kirschtomaten platzen, wenn man barfuß drauftritt oder grüne Farbe leuchtstarker wirkt, schmiert man sie der Schwester aufs weiße T-Shirt oder Wackelpudding eine elegantere Flugbahn wählt, türmt man ihn ohne Sauce auf den schon in Stellung gebrachten Löffel, kehren die kleinen Magellans zurück ins Basislager und würden vermutlich nach einem stärkenden Abendbrot, einer kurzweiligen Tobe-Party mit dir und einem Mini-Trip in die Fiktion per Lesung oder Bewegtbild volley ins Bett stiefeln. Wäre uns, bereits im Schlummermodus nach langem Bürotag, auch Recht, doch beißt sich dieses Vorgehen mit dem allgemein üblichen Abwicklungsprozess, den wir nicht befolgen müssen, aber dennoch unseren Kindern verdeutlichen sollten, wollen sie nicht im Nachmittag von RTL landen und bei „Mitten im Leben“ ihre Messie-Wohnung präsentieren, zu der selbst Tine Wittler nichts mehr einfällt. Also: Der Dreck muss ab! Doch alle Dreckspatzen-Fans aufgepasst: Wir müssen es nicht übertreiben!

„Dreck reinigt den Magen“ besagt eine Binsenweisheit und Experten wissen sogar: Dreck steigert auch die Leistung des infantilen Immunsystems, dem mittlerweile regelmäßig die Trainingseinheiten gestrichen werden, so klinisch rein und keimfrei versuchen viele Eltern ihre Kinder zu halten. Die Folge ist ein arg gelangweiltes, körpereigenes Abwehrsystem, das vor lauter Däumchendrehen plötzlich all seine Aufmerksamkeit Stoffen zuwendet, die eigentlich in keinster Weise schädlich sind. Dies ist auch der Grund, warum Allergien immer weiter zunehmen.

Das heißt für uns, dass wir zukünftig auf das x-te Desinfektionsmittel im Haushalt oder eine weitere Reinigungslotion ganz verzichten – Erreger und Kind werden es dir gleichermaßen danken. Sandige oder bunt gemalte Hände sowie der vollgeschmierte Mund definieren wir von nun an als Trophäen des unbedarften Lebens und als praktisch nachvollziehbare Chronik eines turbulenten Nachmittags bevor der Lappen des elterlichen Tatortreinigers all die Spuren verwischt. Eine gelernte Ignoranz muss nicht immer schlecht sein.

IMG_2673

Haben wir uns den Stinker folglich schön geredet, muss er irgendwann natürlich trotzdem geputzt und geschrubbt werden. Ist der kleine Muffkopp bereits in der Lage dich zu verstehen, leiste getreu Frau Montessori Hilfe zur Selbsthilfe: Dein Kind soll sich selber waschen. Aller Anfang ist schwer, daher übernimmst du zunächst die Stoff-Einführung, erklärst die Grundlagen und leitest dann allmählich über zum Selbsttun bis es seine eigene Waschtechnik gefunden hat und beherrscht. Neben dem dankbaren Begleiteffekt eines weiteren Selbständigkeitstrainings, lernen Kinder sich dadurch selbst körperlich besser zu spüren, sich abzugrenzen und eine Verantwortung für ihren Körper zu übernehmen, über den nur sie selbst bestimmen dürfen. Das bläue ich meinen Töchtern heute immer noch stereotyp ein. Von daher ist jedes „Nein“ des Kindes, ob zum Beispiel auch beim „Kitzeln“ oder „Toben“, beides eng mit Körperlichkeit verbunden, sofort zu akzeptieren und von der Berührung abzulassen! So lernt es, eine Grenze zu ziehen, die beachtet wird und gleichzeitig Grenzen anderer selbst zu respektieren.

IMG_2678

Da die kleinen Schweißfußindianer noch nicht nach Papas Altschweiß-Polyester-Laufshirt oder nach der bei der Ganztagesgartenarbeit getragenen Unterhose miefen, ist eine ständige Anwendung von Seife oder Duschgel obsolet. Unter der Woche lässt warmes Wasser schon den gröbsten Schmutz verflüchtigen, die hartnäckigen Schmutzfinger eliminiert sonst eben ein gezielter Einsatz von Seife oder Waschgel. Freundlich und sanft sind übrigens die Mittel, die einen pH-Wert um 5,5 haben. Ein tägliches Bad in einer randvollen Wanne oder die tägliche Dusche sind völliger Quatsch, zumal warmes oder heißes Wasser den natürlichen Säureschutzmantel sowie die normale Bakterienbesiedlung der Haut sabotiert und diese den bösen Infektionen gegenüber öffnet. Einmal und wenn es hoch kommt zweimal die Woche sollten die Monster ins Becken hüpfen, dann wird anständig gewaschen, mit aufziehbaren Tauchern, Spritzen, kleinen Plastikeimern und Schiffen gespielt, Haare werden mit „Piraten oder Prinzessinnenshampoo“ gewaschen und das war`s. Und lass bitte die Finger von irgendwelchen Pflegecremes und Bodylotions – das brauchen die kleinen Badenixen und Kapitäne nicht, denn je weniger die Haut an künstlichen Mitteln zugeführt bekommt, desto gesünder ist es für sie.

Leave a Comment